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Hamburg: Bespuckt, getreten und bepöbelt Immer mehr Angriffe auf Lebensretter

Hamburg: Bespuckt, getreten und bepöbelt Immer mehr Angriffe auf Lebensretter

Weniger Großbrände, mehr Personal und bessere Ausbildungsmöglichkeiten – das sind die guten Nachrichten, die die Feuerwehr Hamburg auf der Jahrespressekonferenz für 2017 präsentierte. Die schlechte: Retter werden immer häufiger angegriffen.

Erst am Mittwoch gingen Passanten am Klosterwall auf ein Rettungswagen-Team los, vergangene Woche wurde ein Feuerwehrmann zwischen die Beine getreten, ein anderer in Finkenwerder mit einer Waffe bedroht.

„Allein die Deeskaltationsmaßnahmen reichen nicht. Wir müssen die Kollegen noch besser schulen, damit sie sich in solchen Situation verteidigen können“, sagt Daniel Dahlke vom Berufsverband Feuerwehr.

Zahl der Angriffe auf Retter steigt

Denn die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Retter steigt. 2016 waren es 60 Fälle, vergangenes Jahr 77. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Die Kräfte sind im Einsatz-Stress, haben oft weder Zeit noch Nerven, sich vor Feierabend mit zusätzlichem Papierkram zu belasten – und melden die Vorfälle nicht.

„Dabei ist es ein riesiges Problem“, sagt Daniel Dahlke vom Berufsverband Feuerwehr. „Die Kollegen werden nicht nur bepöbelt, sondern regelmäßig auch geschubst, getreten und bespuckt. Einige haben danach Prellungen, andere müssen ins Krankenhaus.“

„Wir haben rund 800 Einsätze am Tag“

War die Feuerwehr 2016 noch 286 464 Mal im Einsatz, so mussten die Kräfte im vergangenen Jahr 288 514 Mal ausrücken. „Wir haben rund 800 Einsätze am Tag“, so Oberbranddirektor Klaus Maurer. „Eine immer größere und dichter bevölkerte Stadt, der andauernde Tourismus – alles Faktoren, die Steigerungen begünstigen.“ Allein die Stürme „Sebastian“, „Herwart“ und „Xavier“ sorgten für Hunderte Einsätze.

„Die Feuerwehr Hamburg hat auch im Jahr 2017 bewiesen: Durch hoch professionelle und hoch verlässliche Kolleginnen und Kollegen konnte erneut ein hohes Niveau in der Sicherheitsvorsorge generiert werden“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD).

Beunruhigend ist die Menge der Brandtoten. Stand jetzt sind neun Menschen im Feuer gestorben – 2016 waren es zwölf. „Wir haben mit Hilfe des LKA versucht, die Hintergründe dieses Problems zu erforschen. Leider lassen sich keine Systematiken erkennen“, so Maurer.

Sie riskieren ihr Leben für das Leben der anderen. Dass die Kräfte der Feuerwehr dabei regelmäßig bespuckt, beleidigt und angegriffen werden, ist ein absolutes Unding. Ich fordere daher nicht nur härtere Strafen für diese – bitte entschuldigen Sie die Wortwahl – jämmerlichen Angreifer-Hohlbratzen.

Nein, meiner Meinung nach sollte den Rettern auch beigebracht werden, sich selbst zu verteidigen. Schließlich werden auch S-Bahn-Kontrolleure regelmäßig von Polizisten geschult. Und: Leichte Schutzwesten müssen zur Standardausrüstung werden.

Quelle: Hamburger Morgenpost

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