Seilwinde

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Bei Feuerwehrfahrzeugen findet man oft eine Seilwinde, die im Fahrzeug eingebaut ist, um bei technischen Einsätzen eine Möglichkeit hat, auch schwere Teile zu ziehen.

Die Seilwinde ist eine Seiltrommel, die entweder hydraulisch oder mechanisch angetrieben wird und auf der das Stahlseil aufgerollt wird. Kleinere Winden können auch mit einem Elektromotor angetrieben werden. Das Seil kann sich selbständig nebeneinander gleichmäßig aufrollen, wenn die freie Strecke des Seiles vor der Trommel lang genug ist. Anderen Falls muss eine zusätzliche Seilführung, die das Seil seitlich versetzt, vorhanden sein.

In diesen Fällen wird die ganze Zugkraft vom Seil auf die Trommel übertragen. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Zugkraft mit der Anzahl der Lagen auf der Trommel abnimmt. So ist bei einer Winde mit einer Zugkraft von 50 kN auf der innersten Lage auf der äußersten Lage (normalerweise 4 – 5 Lagen) je nach Seildurchmesser nur mehr eine Zugkraft von 20 – 30 kN vorhanden.

Es gibt aber auch andere Winden, wo das Seil um ein Seilspill herumgeschlungen wird und erst dann auf einer anderen Trommel aufgewickelt wird. Diese übt nur eine Vorspannung aus, damit das Seil die notwendige Reibung am Spillkopf hat. In diesem Fall hat die Winde über die gesamte Seillänge die selbe Zugkraft und Seilgeschwindigkeit. Diese Winde hat aber einen größeren Platzbedarf und ist wesentlich aufwendiger gebaut.

Die Winden werden im Stillstand automatisch mit einer Ein- oder Mehrscheibenbremse eingebremst. Im Betrieb wird erst die Bremsegelöst.

Winden können entweder heckseitig bei Fahrzeug oder nach vorne angebaut sein. Bei den heckseitigen Winden ist die Belastung des Fahrgestells günstiger, da der Rahmen auf Druck und nicht auf Zug wie bei Frontwinden belastet wird.

Bei den Heckwinden wird das Seil im Fahrzeugrahmen entweder frei oder durch Rohre und Umlenkrollen nach vorne geführt. An der Vorderseite Fahrzeuges ist entweder ein so genanntes Seilfenster mittels vier Rollen, die das Seil führen oder eine so genannte Propellerrolle (das sind zwei Umlenkrollen, die sich um 360 Grad drehen können) angebracht. Der Zugwinkel darf aber trotzdem nicht mehr als 15 Grad nach links oder rechts von der Fahrzeugachse abweichen, da sonst Schäden am Fahrgestell auftreten können.

Um das Seil bei der unbelasteten Winde schneller ausziehen zu könne, haben die Winden meistens einen Freilauf. Dabei wird die Trommel durch eine Kupplung vom Antrieb getrennt und kann sich frei durchdrehen. Dieser Freilauf darf sich aber nur in unbelastenen Zustand schalten lassen.

Die Seilgeschwindigkeit wird bei mechanischen Winden über die Motordrehzahl, bei hydraulischen über ein Steuerventil geregelt.

Um eine zu hohe Belastung der Winde und des Seils zu vermeiden, sind bei hydraulischen Antrieben Überdruckventile oder bei mechanischen Winden Scherbolzen als Sollbruchstelle eingebaut.

Die übliche Zugkraft einer Feuerwehrseilwinde ist 50 kN und hat eine Zuglänge von 50 – 60 m. Dabei ist zu berücksichtigen, dass noch mehrere Seilwindungen auf der Trommel verbleiben müssen, damit die Zugkraft auch durch die Reibung auf die Trommel und nicht die ganze Kraft über das Seilschloss übertragen wird.

Gesteuert werden die Windenbewegungen meistens aus Sicherheitsgründen vom Fahrersitz aus. Es gibt allerdings auch Fernsteuerungen, mit der sich der Maschinist vom Fahrzeug wegbewegen kann.

Auch beim Betrieb von Seilwinden ist Sicherheit das oberste Gebot. Deshalb dürfen sich die Feuerwehrangehörigen nicht im Bereich des Seiles aufhalten, wenn die Winde unter Zug ist. Das Seil muss regelmäßig kontrolliert und gewartet werden. Wenn Litzen gebrochen sind, muss das Seil getauscht werden.

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